Abenteuer Zeltanhänger

Der Faltcaravan und die Maut – Hintergründe, Höhe und Spartipps

Sie steigt und steigt und steigt. Die Straßenbenutzungsgebühr, landesüblich auch Maut genannt. Noch existiert sie in Deutschland nur für Lastkraftwagen. Andere europäische Länder greifen den Faltcaravan-Urlauber aber heute bereits oft und vor allem tief in die Tasche. Das Problem: gegenüber einem einzelnen Fahrzeug sind für das PKW-Zeltanhänger-Gespann höhere Mautkosten fällig. Was Du über die Maut wissen solltest und – vor allem – wie Du mit einem Falter im Schlepptau Gebühren sparst, haben wir für Dich im Beitrag zusammengefasst.

Maut

Ein paar Hintergrundinfos zur Maut

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Der Begriff Maut ist aus dem gotischen abgeleitet und bedeutet übersetzt „Zoll“. Auch Straßennutzungsgebühr oder Infrastrukturabgabe genannt, fungiert die Maut als eine Gebühr für die Nutzung von Verkehrsbauwerken wie Straßen, Brücken oder Tunnel. Mautgebühren haben den Zweck zur Finanzierung der nationalen Infrastruktur beizutragen. Daneben sollen sie u.a. die Umwelt entlasten sowie den Nachfrage für nach dem „Gut“ Verkehrsinfrastruktur regulieren (siehe Wikipedia).

Historisch nicht eindeutig geklärt ist, seit wann es die ersten Mautgebühren gibt. Jedoch deuten Dokumente aus dem 11. Jahrhundert darauf hin, dass Wegzölle im mittelalterlichen Europa ein sehr verbreitetes Instrument zur Finanzierung von Straßen darstellten. Schon damals war der Bau und Erhalt von Straßen kostspielig, die Finanzierung durch eine Nutzungsgebühr lukrativ.

Doch was sind heute die Konsequenzen dieser geschichtlichen Entwicklung für den gemeinen Faltcaravaner? Immerhin möchte dieser nur seinen PKW und den Zeltanhänger möglichst schnell und kostengünstig von A nach B bewegen.

Welche Faktoren in die Maut eingehen

Generell kann die Maut in eine zugangsbezogene und eine nutzungsabhängige Gebühr unterteilt werden. Bei einer zugangsbezogenen Maut erwirbst Du das Recht auf den Zugang zu bestimmten Verkehrsbauwerken. Nicht zwangsläufig musst Du von diesem Recht Gebrauch machen. Mit ihren Vignetten sind Österreich und die Schweiz im Jahr 2016 typische Vertreter der zugangsbezogene Gebühr. Bei der nutzungsabhängigen Gebühr zahlst Du als Mautpflichtiger abhängig von der tatsächlichen Nutzung. Zwei europäische Vertreter für dieses Modell sind z.B. Frankreich und Spanien.

Das Anwendungsgebiet der Straßennutzungsgebühr ist ein weiteres Unterscheidungskriterium. Fachleute sprechen hier von einer urbanen (städtischen) sowie einer interurbanen (zwischenstädtischen) Maut. Ersterer ist die Innenstadtmaut, fällig beispielsweise in London (wer auch immer mit seinem Falter in die britische Hauptstadt einfahren will ;)). Letztere sind die klassischen Gebühren die bei er Nutzung von Autobahnen und/oder Landstraßen anfallen.

Die Höhe der Mautkosten hängt von verschiedenen Parametern ab: Länge, Höhe, Schadstoffklasse, Gewicht und/oder Anzahl der Achsen Deines Zugmaschine-Faltcaravan Gespanns. Ebenfalls möglich sind Nutzungszeit und Nutzungszeitpunkt des Verkehrsbauwerks sowie weitere Faktoren. Jedes Land hat seine eigenen Regeln, eine gute Übersicht findest Du unter diesem Link.

5 Tipps um bei der Campingreise Maut zu sparen

Als wir das erste Mal mit unserem Faltcaravan auf Mautstraßen unterwegs waren, haben wir ziemlich geschluckt. Gegenüber den Reise per Solo-PKW sind unsere Ausgaben für die Straßennutzung spürbar gestiegen. Folgende  fünf Tipps halfen uns, die Kosten für die Straßennutzung zu reduzieren.

  1. Reiseplanung:  Wirf bei der Planung Deiner Campingreise einen Blick auf die Mautregelungen und -strecken des Ziellandes. So bringst Du in Erfahrung, wo welche Parameter Deines PKW-Falter-Gespanns (z.B. Länge, Achsen) Auswirkungen auf die Höhe der Gebühren haben. Nachdem Du die Faktoren kennst, optimierst Du die Reiseroute im Hinblick auf die Mautkosten.
  2. Routenoptimierung: Im Reiseland angekommen ,solltest Du Pendelfahrten auf gebührenpflichtigen Straßen vermeiden. Auch die Fahrt auf Umgehungsstraßen ist eine Option. Bevor Du Dich für einen Schleichweg entscheidest, solltest Du mit Hilfe des Navigationssystems nachrechnen, wie viel Reisezeit Du zusätzlich einplanen musst. Meist stellt sich die Frage Zeit vs. Geld. Du entscheidest!
  3. Zeitkalkulation: Bietet das Land Vignetten für verschiedene Zeiträume an, solltest Du genau nachrechnen. Ggf. kannst Du den ersten bzw. letzten Reisetag auf die gebührenpflichtige (schnellere) Verbindung verzichten, dafür aber nur den kleineren (und günstigeren) Nutzungszeitraum benötigen.
  4. PKW-Solo: Manchmal passierst Du an einem Reisetag ein und denselben Punkt zweimal. Das kann beispielsweise bei Besuch einer Innenstadt oder eine Halbinsel sein. Überlege Dir, ob es lohnt den Faltcaravan abkoppeln und nur mit der Zugmaschine zu fahren. Somit bist Du als Einzel-PKW und nicht als Gespann unterwegs.
  5. Straße statt Fähre: Gerade in den skandinavischen Ländern hast Du regelmäßig die Wahl zwischen einer (vermeintlich schnelleren) Fährverbindung oder dem Weg auf der Straße. Aus unsere Erfahrung ist die Straße die bessere Wahl. Zum einen liegen die Fährgebühren meist über der Maut, zum anderen vermeidest Du Wartezeiten an den Anlegestellen.
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Fazit

In vielen europäischen Ländern ist sie inzwischen unvermeidlich: die Maut. Leider steigen mit einem Faltcaravan auch Deine Ausgaben für die Straßennutzungsgebühren an. Planung hilft Dir, einen Überblick über die zusätzlichen Reisekosten zu erhalten um diese dann zu optimieren.

> Welchen Tipps hast Du an die Leser von faltcaravaning.net um Mautgebühren zu sparen? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

2 Kommentare

  1. Thomas

    Ganz tolle Tipps. Auf diese Weise kann man sicherlich die ein oder andere Maut einsparen. Da werden sich sicherlich einige drüber freuen.

    • Christopher

      Hallo Thomas,
      vielen Dank. Falls Du weitere Tipps zum Sparen der Maut hast, immer her damit. Gerade in Ländern wie in Frankreich belastet die „Infrastrukturabgabe“ die Reisekasse in einem erheblichen Maße.

      Grüße, Christopher

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