Mit einem angehängten Faltcaravan ändert sich das Fahrverhalten Deines Kraftfahrzeuges massiv. Speziell für Falter-Neulinge, die bis dato noch nie mit einem Anhänger unterwegs waren, sind Gespann-Touren in der Stadt und über Land herausfordernd. Folgende 10 Praxistipps helfen Dir bei sicheren Fahrten mit dem Faltcaravan.

Faltcaravan fahren

Mit dem Faltcaravan fahren: 10 Tipps für mehr Sicherheit

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Nach etlichen Zeltanhänger-Kilometern auf Autobahnen, Landstraßen und in verschiedenen Städten stehen sie für uns fest: die 10 Tipps für das sichere Faltcaravan-Fahren. Gerne teilen wir diese mit Dir. Versuche am besten nicht alle Tipps gleichzeitig 100 Prozent korrekt anzuwenden. Beginne bei Deiner nächsten Tour stattdessen mit einem einzigen Hinweis. Erweitere dann systematisch Dein Repertoire. Viel Erfolg!

Tipp 1: Gespannbeladung optimieren
Optimale Fahreigenschaften des Zugfahrzeug-Faltcaravan Gespanns beginnen bei der Beladung. Im Zugfahrzeug sollte die Ladung unten vorne, im Falter gleichmäßig verteilt liegen. Packe schwere Gegenstände auf die Achse. Zulässige Stützlast, Achslast und zulässige Gesamtmasse von Zugmaschine und Anhänger beachten.

Tipp 2: Vorausschauend fahren
Was für die Fahrt ohne Anhänger gilt, trifft für die Reise im Gespann umso mehr zu: vorausschauendes Fahren. Und das ständig. Mit einem Faltcaravan im Schlepptau bist Du im Straßenverkehr weniger flexibel. 180°-Drehungen benötigen mehr Raum, Parkplätze sind schwieriger zu finden und Überholvorgänge dauern länger.  Beispielsweise versuchen wir Tankstellen und Supermärkte möglichst ohne Zeltanhänger anzusteuern, erledigen diese Aufgaben allein mit dem Zugfahrzeug.

Tipp 3: Bremsweg berücksichtigen
Zieht das Zugfahrzeug einen gebremsten Faltcaravan, liegt der Bremsweg des Gespanns um 20 Prozent höher als ohne Anhänger. Bei ungebremsten Anhängern liegt dieser Wert sogar bei 50 Prozent. Daher sollte außerorts Dein Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug die volle (und nicht die sonst übliche halbe) Tacholänge betragen. Beispiel: bei 80 km/h Fahrtgeschwindigkeit liegt der Abstand zum Vordermann bei 80m. Unserer Meinung nach ist mehr immer besser. Mit einem Anhänger bricht man sowieso keinen Geschwindigkeitsrekord im Reisen.

Tipp 4: Höchstgeschwindigkeit beachten
In Sachen Höchstgeschwindigkeit für Zugfahrzeug-Anhänger Kombinationen gilt in Deutschland 50 km/h Innerorts und 80 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften. Erfüllen Zugmaschine und Faltcaravan alle Voraussetzungen, so kannst Du mit dem Gespann auch bei 100 km/h über Autobahnen und Kraftfahrstraßen brausen. Der Tacho zeigt immer etwas mehr als die tatsächliche Reisegeschwindigkeit an. Daher darfst Du das Höchstlimit ruhig ausreizen. Beachte bei Auslandfahrten die nationalen Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Tipp 5: Seitenabstand vergrößern
Generell ist mit einem Faltcaravan ein höherer Seitenabstand als ohne einzukalkulieren, da der Anhänger bei Überholvorgängen (Sogwirkung), Kurvenfahrten und Winden ausscheren kann. Um sich ausreichend Platz zu verschaffen, solltest Du möglichst weit am linken Fahrbahnrand fahren. Überholt ein Fahrzeug oder erreicht Dich der Gegenverkehr, weichst Du im Moment des Passierens nach rechts aus. So bleibt genug Abstand.

Tipp 6: Überholvorgänge minimieren
Mit maximal 100 km/h auf Kraftfahrstraßen und Autobahnen fährst Du mit dem Faltcaravan häufig nicht schneller als die Lastkraftwagen und Busse. Falls Du den langsamen Traktor auf der Landstraße überholt willst, sollte Deine Geschwindigkeit hoch genug sowie der Platz nach vorne und hinten ausreichend sein. Kalkuliere beim Überholvorgang unbedingt die Sogwirkung großer und schwerer Fahrzeuge als auch (aufgrund der höheren eigenen Gewichtsmasse) die geringerer Beschleunigung ein.

Tipp 7: Schlingern vermeiden
Beginnt Dein Zeltanhänger während der Fahrt an zu schlingern, solltest Du Gas geben und das Lenkrad geradeaus halten. Falls sich der Faltcaravan nicht stabilisiert, bremse  kräftig ab und lenken dabei nicht gegen. Uns ist das nach 10.000 km mit dem Faltcaravan noch nie passiert, was sicherlich an seiner geringen Höhe (und der damit verbundenen Unempfindlichkeit gegenüber Wind) liegt.

Tipp 8: Kurven meistern
Bei normalen Kurvenradien in Fahrt rollt der Faltcaravan direkt hinter der Zugmaschine, ein seitliches Ausholen bei Kurven ist nicht erforderlich. Fahre beim Rangieren in engen Kurvenradien unter Schrittgeschwindigkeit, hole aus  und lasse den Anhänger gegenüber dem Zugfahrzeug weit innen laufen. Wann immer es geht ziehen wir Kreisverkehre engen Kurven vor. Das ist einfach stressfreier.

Tipp 9: Übungsrunden drehen
Insbesondere nach der mehrmonatigen Winterpause fehlt meist etwas die Übung beim Fahren und Manövrieren mit dem Gespann. Vor der großen Campingreise solltest Du daher eine kleine Trainingsfahrt auf weniger belebten Straßen oder einem Übungsplatz unternommen werden. Organisationen wie der ADAC, die Verkehrswacht oder Fahrschulen bieten ergänzende Übungs- und Sicherheitskurse an. Wir fahren uns meistens in den Nebenstraßen unserer Wohngegend warm. Speziell am Wochenende ist dort nicht viel los.

Tipp 10: Unterstützung anfordern  
Ob beim Navigieren auf dem Zeltplatz, dem Einparken vor der Stadtbesichtigung oder dem Rangieren in der Tiefgarage: vier Augen sehen mehr als zwei. Bei Park- und Manövrieraufgaben solltest Du Dich durch eine Person unterstützen lassen. Diese gibt Dir als Fahrer der Zugmaschine mit deutlichen und sichtbaren Handzeichen zu verstehen, in welche Richtung Du das Gespann bewegen solltest.

Fazit

Besonders für Einsteiger ist das Fahren mit einem Faltcaravan eine anstrengende Angelegenheit. Nicht nur, dass sich Fahrzeuglänge verdoppelt, auch Fahr- und Manövriereigenschaften ändern sich drastisch. Aus unserer Erfahrung hilft es, wenn Du stressfrei in den Urlaub startest und genügend Zeit einplanst. Peu à peu – beginnend auf wenig belebten Straßen – tastest Du Dich dann an das Pilotieren mit einem Anhänger heran.

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Weitere Infos

> Wie sind Deine Erfahrungen mit dem Reisen mit einem Zeltanhänger? Teile uns Deine Fahrtipps per Kommentar mit. Herzlichen Dank!