Statistisch gesehen erreichen bei Gewittern nur 10 Prozent aller Blitze den Erdboden. Auch besagen die Statistiken, dass in Deutschland die Chance 1 zu 16 Mio. beträgt, bei Unwetter von einem Blitz getroffen zu werden. Soweit die beiden guten Nachrichten. Nun zu den drei Schlechten. 1: In der Bundesrepublik kam es im Jahr 2014 immerhin zu 622.600 Blitzeinschlägen (siehe Webtipp). 2: Anders als ein festes Gebäude verfügt ein Faltcaravan von Haus aus nicht über einen Blitzableiter. Und 3: der menschliche Körper leitet elektrischen Strom recht gut. Wie Du sicher mit Deinem Faltcaravan durch ein Gewitter kommst, zeigen wir Dir im Blog-Beitrag.

Faltcaravaning bei Gewitter

Ein Gewitter – der Camperalptraum?!

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Gewitter haben etwas unheimliches an sich. Kein Wunder. Es blitzt, Spannung entlädt sich und dabei donnert es ohrenbetäubend. Wenn man dann zudem in einem Faltcaravan sitzt in welchem einem nur etwas Kunststofffolie von der Außenwelt trennt, dann hat das schon etwas lebensmüdes an sich. Als wir im Sommer 2015 mit unseren Falter in einen Gewittersturm kamen, reagierten wir sofort und flüchteten in unser Auto. Hätten wir die nachfolgenden 10 Schritte gekannt, wäre unsere Reaktion auf Blitz & Donner vielleicht anders ausgefallen. Ließ nachfolgend, wie Du in Deinem Zeltanhänger am besten durch ein Gewitter kommst.

Faltcaravaning bei Gewitter – 10 (lebens-)notwendige Schritte

Bekannte Volksweisheiten wie “Bei Gewitter soll man Buchen suchen und den Eichen weichen” klingen vielversprechend. Tatsächlich sind sie wissenschaftlich nicht haltbar. Ihr Platz ist das Märchenbuch. Falls bei einem Gewitter ein Blitz einschlägt, dann am obersten Punkt. Anschließend sucht er den kürzesten und elektrisch am besten leitenden Weg zum Erdboden. Bei Blitzeinschlag in den Faltcaravan existieren damit zwei Gefahrenquellen: Funkenüberschlag auf den menschlichen Körper und Schrittspannung. Letztere resultiert aus der Spannung, die zwischen der Blitzeinschlagstelle und entfernten Objekten besteht. Schlägt ein Blitz ein, entsteht eine hohe Spannung welche mit der Entfernung abnimmt. Zum Ausgleich dieser Spannung wird entweder der Erdboden oder der den Strom viel besser leitende menschliche Köper verwendet. Ist man zu nahe an der Einschlagstelle, ist die Schrittspannung also hoch, kann dieser Strom damit tödlich werden.

Nun unsere Tipps für die Vorbereitung, das Durchstehen und die Nacharbeiten bei einem Gewitter.

Vor dem Gewitter

Tipp 1: Informationen einholen
Hole bei der Reiseplanung gezielt Informationen über die Reiseregion ein und finde heraus, zu welcher Jahreszeit Gewitter typisch sind (siehe Webtipp).

Tipp 2: Campingbehausung wechseln
Wetterberichte warnen vor heranziehenden Gewitterfronten. Zieht ein Unwetter auf, solltest  Du notfalls einen Bungalow (inkl. Blitzableiter) anmieten.

Tipp 3: Exponierte Stellplätze vermeiden
Vermeide den Aufbau des Faltcaravans auf exponierten Stellplätzen wie Hügeln, Bergkämmen oder Uferkanten. Auch der Waldrand oder einzelne Bäume sind wegen Umsturzgefahr oder abgebrochenen Ästen besser nicht zu wählen.

Tipp 4: Sicheren Standort wählen
Bevorzuge stattdessen als Stellplatz für Deinen Falter den flachen Wald mit gleichmäßigen dichten Baumbestand. Alternativ den Klappi neben höheren und mit einem Blitzableiter gesicherten Gebäuden (z.B. Waschraum) aufstellen (siehe Webtipp).

Tipp 5: Elektrische Geräte deaktivieren
Unterbreche direkt vor dem Gewitter die Leitung der externen Stromversorgung und schalte alle Mobiltelefone aus.

Tipp 6: Metall ablegen
Lege alle metallische Gegenstände vom Körper ab (z.B. Schmuck, Geld, Brillen, Gürtel, Uhren) und bewahre sie in einer vom Faltcaravan entfernten Tüte auf.

Während des Gewitters

Tipp 7: Im PKW Schutz suchen
Halte Dich im ruhenden Zugfahrzeug auf da dieses über einen Faradayschen Käfig verfügt. Schließe alle Fenster und halte keine metallene Gegenstände in den Händen .

Tipp 8: Schutzhütten aufsuchen
Alternativ: suche die  Gemeinschaftsräume des Campingplatzes auf. Diese sollten natürlich mit einem Blitzableiter ausgestattet sein. Zur Not tut es das WC (siehe Webtipp).

Tipp 9: In die Hocke gehen
Falls keine Zugmaschine oder feste Gebäude in der Nähe sind: hocke Dich in die Mitte des Faltcaravans auf isolierenden Boden (z.B. Luftmatratze, Campingliege) hin (nicht liegen!) und halte dabei Beine und Füße eng zusammen. Wahre einen Abstand zu metallenen Gegenständen (z.B. Gestänge, Tische, Befestigungsheringe), Zeltwand und Mitreisenden (siehe Webtipp).

Nach dem Gewitter

Tipp 10: Blitzschäden checken
Überprüfe im Falle eines Blitzschlages die Reifen und elektronischen Einrichtungen der Zugmaschine und des Faltcaravans und lasse diese bei Bedarf reparieren.

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Fazit

Mit Gewittern ist beim Faltcaravaning nicht zu Spaßen. Auch wenn die Chancen nur sehr gering sind, würde der Einschlag eines Blitzes verheerende Konsequenzen haben. Ist es unklar ob das Unwetter kommt oder vorbeizieht, empfehlen wir den Falter lieber abzubauen und Schutz in einem Bungalow bzw. notfalls dem PKW zu suchen.

> Bist Du schon einmal von einem Gewitter im Zeltanhänger überrascht worden? Teile uns Deine Tipps für eine solche Situation per Kommentar mit.