Abenteuer Zeltanhänger

Faltcaravaning bei Schnee & Eis – 12 nützliche Techniken

Viele Faltcaravaner schrecken Schnee und Kälte längst nicht mehr ab, um auch während der kalten Jahreszeit mit dem Zeltanhänger auf Reisen zu gehen. Doch so schön eine winterliche Landschaft auch sein kann: du solltest Dich nicht blauäugig mit Deinem Falter in einer Winterabenteuer begeben. Wer beim Campen schon einmal eine Nacht vor Kälte kein Auge zubekommen hat, weiß das die richtigen Maßnahmen Gold Wert sind. Und genau darüber berichten wir in diesem Beitrag: 12 Techniken wie Du mit Deinem Falter locker & flockig durch Eis & Schnee kommst.

Faltcaravaning bei Schnee

Winterzeit = Zeltanhänger-Zeit?

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Es klingt exotisch, findet in der Camping-Praxis jedoch viel öfter als gedacht statt: Faltcaravaning bei Schnee. Beispielsweise zeigt Camp-let mit der nun mehr sechsten Winter-Challenge, dass ein Zeltanhänger und Schnee durchaus zusammen passen (siehe Videotipp). Ist abzusehen, dass Du im bei winterlichen Bedingungen campen wirst, solltest Du gezielt Vorkehrungen treffen. Im folgenden haben wir unser Maßnahmenpaket für Dich zusammengefasst.

12 Tipps für Faltcaravaning bei Schnee & Eis

Tipp 1: Hänger mit Winterreifen ausstatten
Laut Gesetz müssen Anhänger in Deutschland nicht mit wintertauglichen Reifen ausgerüstet werden. Aus Sicherheitsgründen empfehlen Organisationen wie der ADAC jedoch, auch einen Trailer mit Winter-Pneus auszurüsten. Falls Du Dich tief in Schneegebiete vorwagst, solltest Du Deinem Falter eine wettertaugliche Bereifung spendieren.

Tipp 2: Passenden Standort wählen
Bereits mit dem Stellplatz Deines Faltcaravans legst Du fest, wie stark Dich Schnee und Eis beeinträchtigen. Zu meiden sind Senken, zugige Ebenen und lawinengefährdete Hänge. Ideal dagegen sind windgeschützte Waldränder mit freier Sicht und Morgensonne.

Tipp 3: Schaufel bereithalten
Für Faltcaravaning bei Schnee gehört eine Schaufel zur Pflichtausstattung. Das gute Stück verwahrst Du griffbereit im Innenraum und nutzt es um das Zelt (insb. das Dach) und den direkten Außenbereich von Schnee zu befreien. Bei Tiefschnee graben Profis ebenfalls ein Korridor zum Faltcaravan-Eingang. Alternativ verwendest Du einen Klappspaten. Dieser ist kleiner und damit leichter zu transportieren.

Tipp 4: Stellplatz gut einebenen
Vor dem Aufbau des Falters solltest Du seinen Standplatz präparieren. Dazu die Aufbaufläche mit einer Schaufel oder Schneeschuhen flach treten und damit den Schnee verfestigen. Ungerade Flächen (z.B. bei Hanglage) solltest Du soweit wie möglich begradigen bzw. einebenen. Auch hier hilft Dir die Schaufel.

Tipp 5: Windeinfluss minimieren
Beim Faltcaravaning im Winter gilt: den Zeltanhänger so aufstellen, das der Eingang auf der windabgewandten Seite liegt. Somit verhinderst Du, dass ein starker Luftstrom dein Falter erfasst und nach oben reist. Auch zieht auf diese Weise keine kalte Luft in den Innenraum ein. Bei genügend Schnee schützt ein kleiner den Falter umgebenden aufgetürmten Schneewall gegen eisige Winde.

Tipp 6: Befestigungsheringe quer verankern
Bei hohem Schnee solltest Du die Zeltheringe Deines Falters quer eingraben. Der Handel bietet zudem Schneeheringe. Diese sind breiter und länger als die gewöhnlichen Heringe und sorgen im Schnee für sicheren Stand. Zum Fixieren des Zeltanhängers bei Eis kannst Du auf Treckingstöcke, Schneeschuhe oder mit Schnee gefüllte Packsäcke zurückgreifen.

Tipp 6: Zusätzliche Isoliermatten verwenden
Einige Faltcaravan-Hersteller wie Camp-let bieten zusätzlich zu Ihren Matratzen Isomatten zur Verlängerung der Campingsaison an. Alternativ zu den teuren Originalprodukten kannst Du eine Matte aus dem Baumarkt oder zur Not auch einen Packsack nutzen. Schiebe diese einfach als Kältedämmung unter Deine Matratze.

Tipp 7: Für warme Füße sorgen
Gegen kalte Füßen empfiehlt sich eine Daunen- oder Fließjacke. Diese legst Du über Fußbereich und stopfst sie zwecks Befestigung etwas unter Deine Matratze.

Tipp 8: Den Falter-Innenraum heizen
Im Winter schlägt die große Stunde der Heizung. Solltest Du bis dato noch keine aktive Wärmequelle für Deinen Faltcaravan besitzen, ist es jetzt an der Zeit eine strom-, gas oder ölbetriebene Heizung anzuschaffen. Ergänzend verwenden wir einen Wasserkocher, brühen regelmäßig Tee auf.

Tipp 9: Im Winterschlafsack nächtigen
Verwende für sehr kalte Nächte einen Winterschlafsack. Dessen Kapuze ziehst Du soweit es geht zu. Somit wird Luftaustausch zwischen warmer Schlafsackluft und kalter Umgebung reduziert

Tipp 10: Wärmflasche zum Einsatz bringen
Nutze eine Wärmflasche um Dein Schlaflager aufzuheizen. Alternativ tut es auch eine mit T-Shirt umwickelte und mit warmen Wasser gefüllte Trinkflasche. Verstaue diese direkt im Schlafsack und tausche das Wasser bei Bedarf aus.

Tipp 11: Zusätzliche Bekleidung anlegen
Ist es im Schlafsack weiterhin kalt und bietet dieser innen ausreichend Platz, dann solltest Du warme Kleidung anlegen. Alternativ rückst Du mit Deinem Campingpartner einfach enger zusammen. In besonders kalten Nächten in Schweden lagen wir in Familie immer eng zusammengekuschelt.

Tipp 12: Für ausreichend Nahrungszufuhr sorgen
Bei kalten Temperaturen gehört ausreichend Essen und Trinken zum Pflichtprogramm. Durch das Halten der „Betriebstemperatur“ benötigt der menschliche Körper mehr Energie, die ihm in Form von Nahrung zugeführt werden muss. Also: Hau rein und lass es Dir schmecken.

Nützliche Ausrüstung*

  • Gartensack zur Fixierung Deines Falterzeltes am Standort
  • Isoliermatte als kälteabsorbierende Unterlage für Deine Matratze
  • Klappspaten als Alternativ zur Präparation Deines Standplatzes
  • Schaufel zum Bewegen großer Schneemassen
  • Wärmflasche für mollige Temperaturen in Deinem Schlafsack
  • Winterschlafsack für angenehm warme Nächte bei eisigen Temperaturen
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Fazit

Winter und Camping schließen sich aus. So meint man. Doch im Gegenteil. Immer mehr Camper gehen auch in der kalten Jahreszeit auf Reisen, besuchen mit ihrem Zeltanhänger exotische Destinationen voll Schnee und Eis. Unvorbereitet solltest Du nicht aufbrechen, zu schnell verderben Dir verfrorene Nächte den Urlaub.

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2 Kommentare

  1. Christian B

    Zu Punkt 8 wären Ideen für eine Gasheizung perfekt.
    Nicht überall gibt es Strom bzw. nur gegen hohe Gebühren.

    • Christopher

      Hallo Christian,
      vielen Dank für Dein Tipp. Gasheizungen haben Vor- und Nachteile. Zum einem bist Du als Camper unabhängig vom Stromanschluss bzw. möglichen hohen Gebühren. Zum anderen musst Du das Gas beschaffen und transportieren.

      Beste Grüße, Christopher

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