Auf den Campingplätzen der Bundesrepublik macht sich ein neuer Trend breit: “Glamping”. Genau genommen, ist Glamourous Camping (kurz “Glamping“ bzw. luxuriöses Campen) gar nicht so neu. Bereits 2008 berichtete die englische Presse von dem Tourismusphänomen. Dieses erfasst nun auch immer mehr Zeltplätze in Europa. Doch ist Übernachten im Faltcaravan bereits glampen? Eine Frage, die dieser (weniger ernst gemeinte) Blog-Beitrag nachgeht.

Glamping

Was ist Glamping überhaupt?

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Glamping ist ein Kunstwort welches sich aus den beiden englischen Begriffen Glamourous und Camping zusammensetzt. Laut Wikipedia steht Glamping für eine auf Luxus ausgerichtete Form des naturnahen Reisens. Bezeichnend ist die hochwertige Ausstattung des Campingplatzes und der eigenen Unterkunft. Seine Ursprünge hat Glamping in den Vereinigten Staaten von Amerika sowie Großbritannien. Von dort breitet es sich seit etwa 5 Jahren in der ganzen Welt aus.

Wer glampt eigentlich?

Glamping richtet sich an eine zahlungsfreudige Zielgruppe. Zahlungsfreudig heisst, 150 Euro und mehr pro Übernachtung in der Natur auszugeben. Die sogenannten Glamper propagieren die Rückkehr zur einfachen und naturnahen Lebensweise ohne dabei auf die Annehmlichkeiten eines Luxuslebens verzichten zu wollen. Eigentlich ein Widerspruch, aber vielleicht erfreut sich diese Campingform gerade deswegen einer wachsenden Beliebtheit. Prominente Beispiele für Glamper sind das Mannequin Kate Moss und der Fernsehkoch Jamie Oliver.

Wo liegen die Unterschiede zum Camping?

Eine genauen Kriterienkatalog für die Unterscheidung von Glamping zum normalen Camping sucht man vergeblich. Nach etwas Recherche verdichten sich aber die Merkmale zu folgender (unvollständigen) Liste:

  • Camping in einer eher ungewöhnlichen Unterkunft (z.B. Zigeunerwagen, Camping Van von Airstream, Tipi, Baumhaus)
  • Behausung muss nicht selbst auf- und abgebaut werden
  • Große Wohnfläche mit 20qm und mehr
  • Extravagante Inneneinrichtung (z.B. Esstisch, Lounge Möbel, Badezimmer mit Wanne)
  • Schlaf auf einem (frisch bezogenem) Doppelbett
  • Sonderdienstleistungen (z.B. Roomservice, Verpflegung durch Sternekoch)
  • Nähe zu Natur-Highlights (z.B. Regelwald, einsame Insel mit Traumstrand)

Ist der Faltcaravan-Camper ein Glamper?

Klar ist, Faltcaravan-Besitzer können sich ihren Campingplatz aussuchen und damit unmittelbaren Einfluss auf die umgebende Natur, das Luxusniveau sowie die Konsequenzen für ihren Geldbeutel nehmen. Ein preisgekrönter 4-Sterne Platz am malerischen Waldsee liegt dem Glamping näher als der autobahnnahe Rasenrandstellplatz.

Konzentriert man sich nun auf die Behausung, so kann folgendes festgehalten werden: Für Faltcaravaning = Glamping spricht, dass auf einem komfortablen Bett oben auf dem Anhänger, statt ebenerdig auf einer Iso-Matte genächtigt wird. Falter bieten zudem sehr viel Wohnfläche, 20qm sind mit diversen Anbauzelten und Gästekabinen locker zu schaffen. In Puncto Inneneinrichtung glänzen aktuelle Modellreihen mit hochwertigen Küchen, schicke Stühle und Tische können hinzugekauft und auf Reisen im Anhänger verstaut werden. Ob ein Falter nun ungewöhnlich ist, liegt im Auge des Betrachters. Wir finden schon, trifft man diese Gattung im Gegensatz zu anderen Campingformen sehr viel seltener an.

Nun zu den Argumenten, die gegen den Versuch Faltcaravaning mit Glamping gleichzusetzen sprechen. Sieht man von Ausnahmen wie z.B. der selbstaufblasenden Holtcamper Windtec ab, so muss ein Falter eigenhändig errichtet und abgebaut werden. Zeltanhänger verfügen in der Regel nicht über ein Badezimmer oder Lounge Möbel. Auch der beheizbare Ofen gehört ebenso wenig zum Standardumfang wie die Badewanne.

Fazit

Am besten jeder urteilt für sich selbst, ob das Campen im Faltcaravan als Glamping verstanden werden sollte. Die Meinung eines seit Jahren in Einpersonen-Zelten biwakierender Campers wird sich da gewiss von seinem Luxuswohnmobil-Kollegen unterscheiden. Schlimm ist das nicht, übernachten doch beide in der Natur.

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Weitere Infos

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